„Ich freue mich schon sehr auf die Rolle der LARA in Doktor Schiwago 2019. Seit ich vor vielen Jahren den Film mit Omar Sharif, Julie Christie und Geraldine Chaplin in den Hauptrollen, gesehen habe, lässt mich diese Geschichte nicht los. Der Krieg, der Schicksale auseinanderreisst und einen Mann nicht nur politisch zwischen die Fronten bringt. Es ist ein so vielschichtiger Film und die Rolle der Lara im Stück wie im Film mit so einem großen kämpferischen Herz gezeichnet. Sie erleidet so viel Unglück mit ihren Beziehungen, Männern, es wirkt fast wie ein Sog, dem sie nicht entkommt, der aber ihr Herz bis zum Schluss nicht erkalten lässt.

Doktor Schiwago

Was die Geschichte der Lara und des Jurij so spannend macht, ist mitunter, dass Boris Pasternak es ebenso autobiografisch geschrieben hat. Es gab eine große Liebe neben Pasternaks Frau in seinem Leben. Sie hieß Olga und war die Muse für die Figur Lara. Ohne sie wäre der Roman nie fertiggestellt worden, schreibt Anna Pasternak in ihrem Buch: Lara Untold. Unter gefährlichen Umständen war sie Beihelferin, um den Roman nach Italien zu bringen, damit er dort veröffentlicht wird. In der Sowjetunion wurde DOKTOR SCHIWAGO verboten, da die kommunistischen Bewegungen darin sehr kritisch beleuchtet wurden. So wurde also Olga, nicht Pasternak, einige Jahre später wegen Verstoßes gegen die Anordnungen der Regierung in ein Arbeitslager nach Sibirien geschickt. Boris Pasternak erlitt daraufhin zwei Herzanfälle, konnte aber beide Male durch intensive Zuwendung seiner Frau gesunden. Aus großem Dank seiner Frau gegenüber und um die Familienehre nicht zu beflecken, verließ er, wider Erwarten Olgas, seine Frau nie, und das gemeinsame Kind wuchs ohne Vater auf.

Das Tragische wie aber auch Schöne im Film ist, dass Lara das gemeinsame Kind Tonja nennt, sozusagen nach Schiwagos Frau. Es ist, abgesehen davon ebenso berührend, mit wieviel Respekt einander die beiden eigentlich rivalisierenden Frauen im Roman begegnen. Die Liebe beider zu Jurij ist offenbar so groß, dass sie ihn auch jeweils zur anderen Frau gehen lassen würden, wenn er da glücklicher wäre. Auf diese Begegnungen freue ich mich im Stück schon besonders, da es da auch musikalisch besonders schöne Momente gibt; wie natürlich auch zwischen Lara und Jurij. Auf Yngve Gasoy Romdal, mit dem ich die Zusammenarbeit für “Jane Eyre“ sehr genoss, freue ich mich auch schon sehr. Es gibt wieder hoch emotionale Szenen zwischen Jurij und Lara, aber auch zwischen Lara und ihrem Mann Pascha, dem sie vorsichtig wie eindringlich zu erklären versucht, was sie vor ihrer Ehe mit ihm zu dem angesehenen, viel älteren Anwalt, Victor Komarovskij, hingezogen hat. Aus verletztem Stolz bricht Pascha aus der Ehe aus und avanciert zu einem der grausamsten Anführer der Roten Armee. Das ebnet Lara den Weg wiederum zu Jurij. Es wird also eine sehr spannende Probenzeit, umrahmt von der wunderschönen Musik von Lucy Simon und ich freue mich sehr, die vielen brisanten und gefühlvollen Momente zu erarbeiten.“