Elisabeth, du machst bereits zum 3. Mal das Kostümbild für Gmunden, was reizt dich daran?
 
Ich liebe es kreativ zu sein und Gewänder zu designen, neu zu gestalten und zu kombinieren, und auch auf diese Weise einen wichtigen Beitrag zu einer gelungenen Produktion zu leisten. Jetzt für Vincent van Gogh war es uns wichtig dass wir Zeit für die Entwicklung des Kostüm- und Bühnen-Konzeptes haben. Markus Olzinger, der wieder Regie und Bühnenbild übernimmt, und ich sind ja ein Paar (und seit kurzem auch verheiratet) und da bietet es sich einfach an auch in diesem Bereich zusammen zu arbeiten.
Seit wann arbeitest du an den Entwürfen?
 
Die Arbeiten am Kostümbild für Vincent haben bereits im Sommer mit ersten Skizzen begonnen. Mir wurde schon schwindelig vom vielen Stöbern in diversen Online-Tausch-Foren, Second-Hand-Läden und Flohmärkten. Aber ich konnte wirklich Großartiges finden.
Wie ist deine Arbeitsweise ?
 
Bühnenbild, Regie und Kostümbild sollen einander harmonisch ergänzen und so kamen Schritt für Schritt Ideen, in welche Farben wir welche Szenen tauchen; wie Gisle Kverndokks Kompositionen, die Musik, im wahrsten Sinn des Wortes „abfärbt“ und was die Szenen durch die Kostüme ausdrücken sollen. Wir fanden eine Sprache, die die historischen Kostüme andeutet, aber mit sehr viel modernen Stoffen und Schnitten dem damaligen Stil eine ganz neue Optik verleiht. Wie Vincent van Gogh sind wir eher unangepasst, manchmal sehr bunt, manchmal alle Schattierungen einer Farbe, manchmal düster grau bis schwarz.
Machst du alles alleine oder gibt es Helfer?
 
Da ich nicht nur das Kostümbild mache, sondern auch noch selbst mitspiele (dieses Jahr gleich 4 Rollen) und auch in andere Bereichen des Musical Frühlings mit-organisiere, bin ich sehr froh starke Helfer und Kooperationspartner gefunden zu haben!
Wer sind diese Partner?
 
Ich freue mich in Karin Haas von HAAS HÜTE GMUNDEN eine Partnerin für so ziemlich alle Wünsche an Kopfbedeckungen in unserem Stück gefunden zu haben. Also es wird viel Hut getragen beim Musical Frühling 2020.
Auch möchten wir einige der Personen in Van Goghs Gemälden originalgetreu auf die Bühne bringen und arbeiten zB. an „Agostina Segatori’s“ ausgefallener Kopfbedeckung aus dem Gemälde „Agostina Segatori sitting in the Café du Tambourin“ mit der Ebenseer Hutmacherin CLAUDIA GAMS eng zusammen, aber es werden noch mehr Figuren und Gegenstände seiner Gemälde für Kenner zu entdecken sein.
Ich freue mich auch über die patente Mitarbeit und Unterstützung unserer Kostümassistentin Stephanie Thun-Hohenstein, mit der ich gerade dabei bin, meine Kreationen den DarstellerInnen anzupassen. Da ich ja jetzt bald täglich Proben werde, wird sie mir hier in der Endphase viel Arbeit abnehmen und die Kostüme bis zur Premiere betreuen.
Wenn es um die visionäre Farbexplosion in Arles geht, die Vincent in einer Szene imaginativ erlebt, so freuen wir uns über die Kooperation mit der MODESCHULE EBENSEE, die insgesamt 6 phantastische Kostüme für diese Szene beisteuert. Das ist ein sehr spannendes und neues Projekt für den Musical Frühling und wir freuen uns über den Input dieser jungen Künstlerinnen.
Wieviele Kostüme, bzw. wieviele DarstellerInnen werden zu erleben sein ?
 
Wir haben 12 DarstellerInnen bei Vincent, aber da die meisten bis zu 10 Rollen spielen, sind es über 80 vollständige Kostüme, die zum Einsatz kommen. Wir freuen uns alle schon, wenn sich ab 2.4. auf der Bühne des Stadttheaters Gmunden alles zusammenfügt!